Trümmer Bergen

Kommunist*innen beim graben in der GEschichte

Unter dem Trümmerhaufen der Geschichte verbirgt sich ein riesiger Berg von Leichen, welche im Namen des Kommunismus aufgehäuft wurden. Der Geschichtsdeterminismus des (orthodoxen) Marxismus hat sich als Wahnsinn entpuppt, welcher kein Moment der Reflexion, keine Chance zum Innehalten und keine Gelegenheit für den Griff zur Notbremse ließ. Weder in Kronstadt noch in Barcelona konnte dem antirevolutionären Kampf der Kommunisten Einhalt geboten werden. Den dissidenten Stimmen dieser dunklen Stunden Gehör zu verschaffen und ihre Kämpfe zu würdigen – ohne davor zurück zu schrecken ihre offensichtlichen Unzulänglichkeiten aufzuzeigen – ist die viel zu banale Pflicht all derer, die sich heute noch KommunistInnen nennen möchten. Zugleich wäre es aber fatal über die Konstruktion und Heroisierung einer dissidenten, >guten< kommunistischen Tradition die Verantwortung für die Ideologien, Fehler und Verbrechen dieses Kapitels menschlicher Vorgeschichte abzulehnen. Diese Verantwortung besteht gegenüber den Nachgeborenen wie den Toten.
Der klassische Blick kommunistischer ArchäologInnen auf vorangegangene Kämpfe, ist aber oft eurozentrisch und neokolonial. Kämpfe, die nicht in die hiesige philosophische Tradition passen, werden ausgeblendet und ihnen somit nochmals Gewalt angetan. KommunistInnen müssen sich zu diesen Kämpfen verhalten, wenn sie die europäische Geschichte von Sklaverei und Imperialismus nicht wiederholen möchten. Dabei wäre Anerkennung und Kritik zu leisten ohne dabei einfach zu integrieren, sondern die Punkte herauszuarbeiten, welche im Widerspruch zum “westlich”-kommunistischen Weltbild stehen. Erst dann können blinde Flecken der eigenen Kritik erkannt und ausgebessert werden.