Hallo? Vermittlung?

Don’t talk by phone much, a spy is nearby.

Um überhaupt noch Gehör zu finden, übt sich die Linke in der Kunst Vermittlungsformen zu finden, die auf Eingängigkeit und Verständlichkeit zielen. Aber ein Problem das „auf den Punkt gebracht“ wird, wird auch beschnitten um all die Zusammenhänge in deren Kontext es erst wirklich begreifbar wird. Damit landet die Linke in ihrer Praxis ungewollt genau bei jener Verdinglichung von Einzelphänomenen, die sie der bürgerlichen Wissenschaft in den theoretischen Auseinandersetzungen zu Recht vorwirft. Daraus folgt auch, dass gerade jene, die sich in ihrer Sprache, sobald sie „die Massen“ erreichen wollen, betont einfach und verständlich geben, erst recht die Kluft zwischen sich und den Anderen zementieren. Anstatt bei der Bildung von kritischem Bewusstsein behilflich zu sein, wird ein Konzentrat von Positionen präsentiert, das sich nicht mehr zu den richtigen Überlegungen aus denen es entstand, zurückverfolgen lässt. Jedenfalls nicht ohne die begrifflichen Anstrengungen, die man den Menschen gönnerhaft ersparen wollte. So werden Tickets verkauft für Verkehrsmittel, die auch in Zukunft andere lenken sollen.

Auch sind möglicherweise schwierig zugängliche Begriffe nicht ohne weites gegen andere eintauschbar. Jeder Begriff drückt genau das aus, was er ausdrückt, weil er eine ganz eigene Geschichte und Gebrauchsregeln hat. Ersetzt man diese Begriffe durch andere, drückt man auch etwas Anderes aus.

Demgegenüber findet man bei dem Großteil der „Linksintellektuellen“ einen Stil der halb Vorbilder kopiert, halb sich selbst anpreist, aber nie wirklich nah an der Sache ist. Die Sprache einer neuen Linken wäre nicht deshalb wirksam, weil sie das Schwierige auslässt, sondern durch die Garantie, dass wer sich einen schwierigen Text erarbeitet, dann auch etwas von der schwierigen Sache versteht und nicht nur von der Eitelkeit der VerfasserInnen.