Erinnern heißt Handeln!-Demo am 9. November in Duisburg

Nach viel zu langer Zeit, in der dem brodelndem Hass des deutschen Mobs in Duisburg seitens der Presse und leider auch der Linken mit kaum mehr als Schweigen begegnet wurde, gibt es nun eine größere Demo am 9. November.

Hier die kurze Version des Aufrufs:

„Erinnern heißt handeln!* Am 09. November auf die Straße gegen Rassismus, Antiromaismus und PRO NRW! Zusammen, entschlossen und solidarisch!

Am 9. November, dem 75. Jahrestag der Reichspogromnacht, will die extrem rechte Splitterpartei PRO NRW gleich zwei Kundgebungen in Duisburg abhalten. Sowohl in Neumühl als auch in Rheinhausen will PRO NRW ihre rechte Propaganda verbreiten und weiterhin versuchen, an die rassistische Stimmung in Teilen der Bevölkerung anzuknüpfen.

Rassismus bekämpfen – Solidarität mit allen Flüchtlingen!

Seit Monaten ist Duisburg Austragungsort einer rassistischen Kampagne, in der StadtpolitikerInnen, Polizei und Medien den Ball den RassistInnen und Neonazis zugespielt haben, welche diesen dankend aufnehmen um die rassistische Stimmung weiter anzuheizen.
In dem Stadtteil Duisburg – Rheinhausen wird von einigen AnwohnerInnen gegen Roma aus Bulgarien, Rumänien und anderen Ländern die in den Häusern „In den Peschen 3- 5“ wohnen, Stimmung gemacht, sogar Morddrohungen wurden ausgesprochen. Sowohl Anwohner_innen wie auch PRO NRW organisierten Kundgebungen auf denen sie sich in rassistische Wortbeiträgen klar gegen die Roma positionierten.
An einem meist von Roma bewohnten Haus in Duisburg – Homberg kam es kurz nach diesen Ereignissen zu einer Brandstiftung, bei der es glücklicherweise keine Schwerverletzen gab. Die Ermittlungen zum Verdacht auf vorsätzliche Brandstiftung dauern bis heute an.

Im Stadtteil Duisburg – Neumühl jubelten im letzten Monat etwa 200 AnwohnerInnen den rassistische Parolen von PRO NRW zu, als diese eine Kundgebung abhielten, auf der sie gegen die Überlegungen im Barbara – Krankenhaus eine Flüchtlingsunterkunft zu eröffnen, hetzten. PRO NRW traf damit anscheinend genau die Stimmung einiger Anwohner_innen, die bereits vorher schon im Internet oder auf der Straße gegen die Flüchtlingsunterkunft eine aufgeladene Stimmung verbreiteten.

Polizei und Stadtverwaltung reagierten bisher größtenteils mit Untätigkeit, Verharmlosung und mangelnder Informationspolitik. Immer wieder versuchten sie die HausbewohnerInnen „In den Peschen “ und deren UnterstützerInnen zu kriminalisieren.

Diese Zustände erinnern stark an die Debatte Anfang der 1990er Jahre, welche damals eine Serie von Brandanschlägen auf Flüchtlingsheime und von MigrantInnen bewohnte Häuser in ganz Deutschland zur Folge hatte. Vor diesem Hintergrund finden wir es unerträglich, dass PRO NRW die Stimmung am 9.11. in Duisburg weiter aufheizen möchte.

Wir sagen nein zur geistigen Brandstiftung und sagen ganz deutlich: Asyl und Bewegungsfreiheit sind Menschenrecht.
Wir fordern: Schluss mit Repression und rassistischen Kontrollen und Schikanen!

Kommt alle nach Neumühl und setzt ein Zeichen mit uns auf der antirassistischen Demonstration. Lasst uns erneut entschlossen und solidarisch auf die Straße gehen und die PRO NRW Kundgebungen verhindern! Bringt eure FreundInnen, Transparente und Schilder mit!

Gegen Rassismus, Antiromaismus und die geistigen Brandstifter von PRO NRW!

* Mit unserem Demo-Motto folgen wir dem Appell von Esther Bejarano. Die 86-jährige Antifaschistin erlebte die größten antisemitischen Pogrome in Deutschland als junges Mädchen und ist noch heute gegen Neonazis aktiv. „

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